Finalisten im Porträt: Kurt Peter (Stiftung Valentina)

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Uns interessieren auch die Menschen hinter den Projekten. Wem geben wir da eigentlich unsere Stimmen? Um die Engagierten besser kennenzulernen, haben wir Ihnen einen Fragebogen geschickt. Nach und nach veröffentlichen wir hier die Antworten!

Kurt Peter mit Frau und Andenken an Valentina
Kurt Peter mit Frau und Andenken an Valentina

 

Was ist Ihre Rolle bei dem Projekt, wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin einer von fünf Stiftungsräten. Die Stiftung Valentina wurde gegründet, nachdem unsere Tochter Valentina im April 2016 mit 13 Jahren an ihrem Tumor gestorben war. Im Juni 2016 gründeten wir, die Eltern und Geschwister, die Stiftung Valentina, um hier in der Region anderen schwerst- und sterbenskranken Kindern und deren Familien zu helfen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei dem Projekt?

Das Kapital der Stiftung Valentina ist sehr klein. Daher sind wir zurzeit bei der Projektfinanzierung zu 100% auf Sponsoren und Spender angewiesen. Durch die Niedrigzinsphase tragen die Erträge des Kapitals kaum zur Projektfinanzierung beitragen. Das Thema: „Wenn das eigene Kind stirbt“ ist kein Selbstläufer, das Thema ist auch mit Angst besetzt.

Was war bisher ihr persönliches Highlight, welches Sie im Projekt erlebt haben?

Wir haben ein sehr schwieriges Thema positiv angepackt, nämlich dass eine solche schwere Zeit wie zwölf Monate Chemo an der Uniklinik auch viele schöne und kostbare Tage hat – ohne etwas von dem grässlichen Leidensweg des Kindes wegzunehmen. Dafür haben wir viele sehr positive, oft sehr persönliche und überwältigende Rückmeldungen bekommen.

Wo sehen Sie das Projekt in fünf Jahren?

Das Stiftungskapital soll durch Zustiftungen auf über € 1 Mio ausgebaut werden, um unsere Projekte zum Teil auch aus eigenen Mitteln (Kapitalerträgen) finanzieren zu können. Und auch in fünf Jahren wird die Stiftung Valentina keinerlei Verwaltungskosten ausweisen, da alle, die sich engagieren, zu 100% ehrenamtlich und ohne Auslagenersatz arbeiten.

Was erhoffen Sie sich von Leuchttürme Oberschwabens, was würden Sie mit dem Preisgeld machen?

Zum einen die große Öffentlichkeitswirkung, denn wir sind noch sehr jung und unbekannt. Und dann natürlich das großzügige Preisgeld: Damit wollen wir eine ärztliche 7/24-Rufbereitschaft in Teilzeit finanzieren. Ohne solches Personal ist die intensiv-medizinische und palliative Betreuung schwerst- und sterbenskranker Kinder zu Hause nicht möglich.

Was macht ihr Projekt einzigartig gegenüber den anderen Projekten?

Wir bringen mit PalliKJUR etwas in die Region, das es bis Ende 2015 nicht gab: die mobile intensiv-medizinische und palliative Versorgung schwerst- und sterbenskranker Kinder zu Hause bei der Familie. Und –  die gesamte Stiftung Valentina arbeitet zu 100% ehrenamtlich, also keine Vollzeit-, TZ- oder 450-Euro-Jobs, keine Aufwandsentschädigungen!

Was ist Ihr guter Tipp für andere Engagierte?

Wir sind sicher die jüngste und unerfahrenste Organisation bei diesem Wettbewerb, die für gute Ratschläge nicht der richtige Ansprechpartner ist. Unsere Erfahrung in den ersten zwei Jahren zeigt: es lohnt sich, auch schwierige Themen positiv anzugehen und über die eigene Arbeit – und damit vor allem die Ausgabenseite – transparent zu berichten.

Stiftung Valentina Leuchttürme Oberschwabens

Mehr Infos auf der Projektseite und hier können Sie für das Projekt abstimmen!