Finalisten im Porträt: Das AWO Frauen- und Kinderschutzhaus Bodenseekreis

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Uns interessieren auch die Menschen hinter den Projekten. Wem geben wir da eigentlich unsere Stimmen? Um die Engagierten besser kennenzulernen, haben wir Ihnen einen Fragebogen geschickt. Nach und nach veröffentlichen wir hier die Antworten!

In diesem besonderen Fall müssen wir jedoch auf eine Darstellung einer Person verzichten. Denn für das AWO Frauen- und Kinderschutzhaus Bodenseekreis ist Diskretion essentiell. Die Bewohnerinnen müssen geschützt werden, sodass beispielsweise gewalttätige Männer sie nicht aufspüren können. Daher können auch keine Bilder oder Namen der Mitarbeitenden gezeigt werden. Wir möchten natürlich dennoch die Gelegenheit geben, das Projekt ausführlicher vorzustellen. Lesen Sie daher hier über diese wichtige Arbeit!

So sieht es in dem Haus aus. Aus Sicherheitsgründen kann keine Person abgebildet werden.

Was ist das AWO Frauen- und Kinderschutzhaus?

Das AWO Frauen- und Kinderschutzhaus Bodenseekreis besteht seit 2010 und kann insgesamt 18 Plätze für Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, anbieten. Das Kernteam des Frauenhauses besteht aus hauptamtlichen Sozialarbeiterinnen, die langjährige Berufserfahrungen in diesem Themenfeld haben.

 

Welche Problematik greift ihr mit dem Projekt auf?

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist Opfer oder Zeuge von Gewalt im sozialen Nahraum. Jede vierte Frau hat schon mal Gewalt in ihrem Leben erfahren.

Aus unserer täglichen Arbeit mit diesen Frauen und Kindern wissen wir, dass vorgelebte Beziehungen und frühe Bindungserfahrungen maßgeblichen Einfluss auf die eigenen intimen Beziehungen haben.
Um präventiv wirken zu können, ist es uns ein großes Anliegen frühzeitig wirksam sein können. Das heißt, wir wollen Jugendliche, die ihre ersten intimen Beziehungserfahrungen machen, erreichen und dort ansetzen.

 

Wie soll das Projekt konkret aussehen?

In den Schulklassen treffen mittlerweile viele unterschiedliche Kulturen aufeinander, was gleichzeitig heißt dass die Vorstellungen über Männer und Frauen in Liebesbeziehungen sehr verschieden sein können.
Unter Kultursensibilität verstehen wir in diesem Kontext dass wir nicht vergessen, woher diese jungen Menschen stammen. Die kulturellen und auch religiösen Rahmenbedingungen bestimmen auch den Umgang mit Liebesbeziehungen.

In Workshops sollen sich Jugendliche langsam dem Thema „Gewaltvermeidung“ annähern. Vor allem praktische Beispiele sollen diskutiert und beleuchtet werden: Ist es ok, wenn meine Freundin heimlich mein Handy durchsucht? Muss ich die Religion meines Freundes annehmen, wenn ich mit ihm zusammen sein will?

Im weiteren Schritt schauen wir uns konkrete Situationen, die Stalking-Verhalten beschreiben oder die Anfänge einer gewaltgeprägten Beziehung schildern. Wie weit würdest du gehen? Selbstreflexion ist der Schlüssel zur Gewaltvermeidung und soll im Workshop gefördert werden.

Was erhoffen Sie sich von Leuchttürme Oberschwabens, was würden Sie mit dem Preisgeld machen?

Mit dem Preisgeld könnten die zusätzlichen Personalkosten über längeren Zeitraum gedeckt werden. Außerdem benötigen wir Gelder für Werbemittel und Methodenmaterial. Die durchführende Mitarbeiterin braucht Fortbildungen zu Themen wie beispielsweise „kultursensible Genderarbeit“/ „kultursensible Sexualpädagogik“. Je nach Klasse oder Jugendgruppe sind Dolmetscher einzusetzen, für die Honorargelder benötigt werden.

 

 

AWO Logo

 

Mehr Infos auf der Projektseite und hier können Sie für das Projekt abstimmen!