Finalisten im Porträt: Udo Blaseg (Mobiler Einkaufswagen Oberschwaben des Malteser Hilfsdienst e.V. Ravensburg)

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Uns interessieren auch die Menschen hinter den Projekten. Wem geben wir da eigentlich unsere Stimmen? Um die Engagierten besser kennenzulernen, haben wir Ihnen einen Fragebogen geschickt. Die vorgestellte Person ist in den meisten Fällen natürlich Teil eines größeren Teams. Nach und nach veröffentlichen wir hier die Antworten!

 

 

Was ist Ihre Rolle bei dem Projekt, wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin Initiator und in meiner Rolle als Kreisbeauftragter für den Landkreis Ravensburg zusammen mit dem Ravensburger Stadtbeauftragten Norbert Scheffler auch Mit-Organisator. Wenn es klemmt, bin ich notfalls auch Fahrer oder Begleiter. Meine Erfahrung als Unternehmer hilft mir, das Projekt zu organisieren. Die Idee stammt nicht von mir, ich habe sie – weil ich den Bedarf in Oberschwaben erkannt hatte – von den Maltesern in NRW und Niedersachsen übernommen, wo „Mobiler Einkaufswagen“ seit mehreren Jahren ein Erfolgsmodell ist.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei dem Projekt?

Das größte Problem ist die Gewinnung von freiwilligen, ehrenamtlichen Fahrern und Begleitern, die einsatzbereit sind, wenn man sie braucht. FSJ`ler und BFD`ler würden die Situation entspannen und die landkreisweite Abdeckung des Angebots ermöglichen. Beim FSJ und BFD ergibt sich aber das Problem der Gegenfinanzierung. Als gemeinnützige Organisation müssen wir unser gesamtes Angebot (auch über „Mobiler Einkaufswagen“ hinaus) über Spenden und Mitgliedsbeiträge decken und dabei möglichst ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen.

Was war bisher ihr persönliches Highlight, welches Sie im Projekt erlebt haben?

Das Highlight ist für mich immer wieder die Dankbarkeit der Menschen, die durch „Mobiler Einkaufswagen“ wieder unter Menschen kommen, die soziale Einbindung erhalten, das Gefühl der Selbstständigkeit behalten, selbst einkaufen und ein Stück ihrer Unabhängigkeit bewahren.

Wo sehen Sie das Projekt in fünf Jahren?

Nachdem „Mobiler Einkaufswagen“ im Bereich Biberach und Villingen-Schwenningen bereits erfolgreich läuft, geht es nun um die flächendeckende Einführung in Oberschwaben, wo die ländliche Einkaufs-Infrastruktur z.T. besonders stark ausgedünnt ist. In 5 Jahren wollen wir das erreicht haben, da bin ich ja auch erst 76. Zur Zeit stellen wir bereits 2 Kleinbusse (Ford Transit) mit Hochdach und Einstiegshilfen aus unserem Bestand kostenlos zur Verfügung und tragen auch sämtliche Betriebskosten.

Was erhoffen Sie sich von Leuchttürme Oberschwabens, was würden Sie mit dem Preisgeld machen?

Wir erhoffen uns die Erhöhung des Bekanntheitsgrades für „Mobiler Einkaufswagen“, die noch stärkere Inanspruchnahme und die Möglichkeit, die deutlich höhere und dringendere Nachfrage aus dem ländlichen Raum abdecken zu können. Das können wir aber zur Zeit personell und finanziell nicht leisten und werden das Preisgeld für die teilweise Finanzierung einer FSJ- oder BFD-Stelle nutzen, da dies das Projekt z.Zt. am meisten voranbringen würde.

Was macht ihr Projekt einzigartig gegenüber den anderen Projekten?

  • Es fördert und erleichtert das Leben in den eigenen vier Wänden ,
  • erleichtert auf praktische Art den Verbleib im eigenen Zuhause,
  • erhält ein Stück Selbständigkeit und mehr Lebensqualität,
  • ermöglicht Teilhabe am ganz „normalen“ gesellschaftlichen Leben,
  • unterstützt die Mobilität,
  • fördert soziale Kontakte,
  • erhält weitgehend die Unabhängigkeit,
  • ermöglicht selbstbestimmtes Einkaufen,
  • entlastet die Angehörigen

und entlastet – letztendlich – die Gesellschaft.

Was ist Ihr guter Tipp für andere Engagierte?

Nicht über bestehende, erkannte oder vermeintliche Missstände meckern, sondern anpacken, die Dinge verändern und besser machen. Just do it!

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Mehr Infos wie auch eine Spendenmöglichkeit finden Sie auf der Projektseite und hier können Sie für das Projekt abstimmen!